Karl Foerster nannte das Gestaltungsprinzip „Harfe und Pauke“: Aus dem Zusammenspiel von groben und feinen Strukturen, entstehen wirkungsvolle Pflanzungen. So lassen sich großblättrige mit filigranen, glänzende mit matten, grob und fein texturierte Laubblätter spannungsreich miteinander kombinieren. Insbesondere in den schattigen und absonnigen Bereichen des Sichtungsgartens gibt es zahlreiche Beispiele für attraktive Kombinationen mit Battschmuckstauden.

Das Japan-Waldgras (Hakonechloa macra `Albovariegata`) übernimmt die Rolle der `Harfe` und die großen festen Laubblätter der Funkie `Sum and Substance` (Hosta `Sum and Substance`) spielen die `Pauke`. Lichtpunkte in Gelb und Orange setzt der Kambrische Scheinmohn (Meconopsis cambrica).
Das frische Grün von Hosta `Sum and Substance` neben dem Japan-Waldgras Hakonechloa macra `Albovariegata` Ende Mai.
Das leuchtend gelbgrüne Laub des Japan-Waldgrases `All Gold` (Hakonechloa macra `All Gold`) hellt jede Schattenpartie auf und wurde hier kombiniert mit der Lilien-Funkie (Hosta plantaginea `Honey Bells`) und dem Kerzen-Wiesenknöterich (Bistorta amplexicaulis).
Entlang der Beetkante gepflanzt, bildet das Japan-Waldgras einen effektvollen Beetrand.
Im Juli entfalten die Blüten der Hortensien (die rotviolette Hydrangea arborescens `Bella Anna` und die weiße Hydrangea `Early Sensation`) und des Kerzen-Wiesenknöterichs (Bistorta amplexicaulis in Sorten) eine starke Farbwirkung. Der Farbkontrast steigert den Formenkontrast.
Die Blaue Atlas-Zeder in der Nähe des Teiches ist flächig unterpflanzt mit dem Herbst-Blaugras (Sesleria autumnalis) und dem Rosa Storchschnabel (Geranium endressii `Weinheim`). Die Blätter der Lilien-Funkie (Hosta plantaginea `Grandiflora`) setzen einen wirkungsvollen Kontrast zu den feinen Strukturen.
Im tropisch anmutenden City-Trop-Garten finden sich beeindruckende Blattgrößen. Hier sind der Reispapierbaum (Tetrapanax papyrifera `Steroidal Giant  ) und die auffällig weiß panaschierten Blätter der Glocken-Funkie (Hosta ventricosa `Albomarginata‘) zu sehen.
Reispapierbaum (Tetrapanax papyrifera ‚Rex‘) und Japanische Faser-Banane (Musa basjoo) mit ornamentalen Blättern, als Kontrast dazu Bambus (Phyllostachys edulis ‚Mazel‘) und Japan-Ingwer (Zingiber mioga).
Die platanenblättrige Ramie (Boehmeria platanifolia) (echt!) ist eine sehr attraktive Blattschmuckstaude für den kühlen, absonnigen Gehölzrand. Zu ihren ‚Füßen‘: Honshu-Segge (Carex oshimensis).
Auch Gehölze sollten in das Spiel der Kontraste einbezogen werden: Ashe’s Magnolie (Magnolia ashei) mit Pfauenradfarn (Adiantum pedatum) und Gewöhnlichem Maiapfel (Podophyllum peltatum).
Pfauenradfarn im Detail.
Das Gezähnte Schaublatt (Rogersia podophylla) überzeugt nicht nur mit seiner Blattgröße, sondern auch mit seinem Farbspiel.
Einige Auslesen zeigen eine intensive Rotfärbung im Austrieb Anfang Mai. Zwiebelpflanzen, wie hier das Spanische Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica) sind eine ideale Ergänzung.
Zu den Bronzetönen des Schaublattes wirken das warme Gelb und Orange des Kambrischen Scheinmohnes (Meconopsis cambrica) sehr harmonisch. Meconopsis cambrica sät sich an zusagenden Standorten gerne aus ohne lästig zu werden.
Gestalten mit Blattschmuckstauden

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